Fuss

Hallux valgus
Der Ballenzeh betrifft in der Regel die erste Zehe. Hierbei kommt es durch ein Absenken des Quergewölbes zu einer Verbreiterung des Vorfusses, somit zu einem Abweichen des ersten Mittelfussknochens nach aussen. Bei gleichbleibendem axialen Sehnenzug weicht die Grosszehe Richtung Mittellinie des Fusses ab. Es entsteht der Ballen am Grosszehengrundgelenk. Die Therapie muss sich somit nicht nur auf die erste Zehe, sondern insbesonder auf die Fehlstellung des ersten Mittelfussknochens konzentrieren. Nach Ausschöpfung aller konservativen Therapiemassnahmen mit individueller Einlagenversorgung und entsprechender Fussgymnastik, bleibt in der Regel nur die operative Vorgehensweise. Diese sollte jedoch ausschliesslich bei schmerzhafter Bewegungseinschränkung und niemals aus kosmetischen Gründen erfolgen. Über 100 verschiedene Operatioinsverfahren sind in der Literatur beschrieben. Abhängig vom Ausprägungsgrad werden von uns in der Regel die Operationsmethoden nach Chevron, Scarf und Lapidus angewandt. Bei der Operation nach Chevron erfolgt eine v-förmige Durchtrennung des Köpfchens des ersten Mittelfussknochens mit Verschiebung Richtung Wadenbein um einige Millimeter. Zusätzlich wird ein weichteiliges Release mit Ablösung der Adduktorensehne durchgeführt. Die knöcheren Fixierung erfolgt mit einer speziellen Doppelgewindeschraube. Überstehende Knochenteile werden entfernt. Dieser gelenkerhaltende Eingriff führt zu einer anatomisch korrekten Verschmälerung des Vorfusses. bei Abweichung grösseren Ausmasses kommt das Operationsverfahren nach Scarf zur Anwendung. Die Vorgehensweise ist identisch, nur erfolgt heir eine z-förmige Osteotomie des ersten Mittelfussknochens und Fixation mit zwei Doppelgewindeschrauben. Die Lapidusarthrodese beruht auf einer basisnahen Korrektur des ersten Mittelfussknochens und ist mit einer Versteifung des ersten Tarsometatarsalgelenkes verbunden. Dieses Verfahren sollte nur bei ausgeprägten Fehlstellungen Anwendungen finden. Postoperativ schliesst sich jeweils eine längere Entlastungsphase von meistens sechs Wochen in einem Vorfussentlastungsschuh an. Ergänzend können noch viele weitere Eingriffe optional notwendig und kombiniert werden. Bei ausgeprägter Arthrose im Grosszehengrundgelenk (Hallux rigidus) bieten wir den endoprothetischen Gelenkersatz sowie die Versteifungsoperation an.

Hammerzehe
Die Hammerzehe ist häufig eine Folge des Hallux valgus bei abgesenktem Quergewölbe des Vorfusses. Die nach innen abweichende Grosszehe kann die benachbarten Zehen aufladen und erzeugt so die Fehlstellung. Aber auch Sehnenverkürzungen und ein extrem abgesenktes Fussgwölbe können zu diesen Verformungen führen. Die Krümmung der Zehe nach unten kann sowohl im ersten als auch im zweiten Zehengelenk sein. Ist die Krümmung gleichzeitig in beiden Gelenken zu finden, so spricht man von einer Krallenzehe. Die operative Therapie richtet sich immer nach den Gegebenheiten sowie dem Schmerzbild des Patienten und ist meisten mit einer alleinigen Sanierung der Fehlstellung des betroffenen Zehes nicht ausreichend. Bei der Operation nach Hohmann wird in dem betroffenen Gelenk das Köpfchen des angrenzenden Gliedes reseziert. Hierbei wird die Artikulation des mit beschädigtem Knorpelüberzug versehenem Köpfchens mit der Basis des angrenzenden Gliedes aufgehoben und eine "Falschgelenkbildung" erzeugt. Somit entfällt der schmerzauslösende Mechanismus. Nicht selten kommt es jedoch zu einer spontanen Einsteifung in dem betroffenen Gelenk, welcher jedoch auf Grund der geringen Grösse keine weitere Bedeutung in der Gesamtfunktion des Fusses bzw. beim Abrollvorgang beigemessen werden muss. Alternativ kann eine Arthrodese (Versteifung) in dem betroffenen Gelenk vorgenommen werden. Dies wird dann temporär mit einem Kirschnerdraht für vier Wochen gesichert oder bioreorbierbares Verankerunksmaterial eingebracht. Die Nachbehandlung erfolgt nach Technik im Vorfussentlastungsschuh für 2-4 Wochen.

Achillessehnenschaden
Die Achillessehne ist die kräftigste Sehne im menschlichen Körper. Sie spielt eine ganz entscheidende Rolle im Abrollvorgang des Beines und bei einem kraftvollen Voranschreiten. Häufigste Problematik ist die Achillodynie mit Schwellung bzw. Entzündung eines Sehenabschnittes bzw. des Sehnengleitgewebes, des Paratendineums. Sind konservative Therapieansätze mit Fersenkissen, Einlagenversorgung, Physiotherapie, Injektionen und Stosswellenbehandlungen nicht erfolgreich, kann ein operatives Vorgehen mit Sehnenausschneidung und Entfernung des entzündlich veränderten Gewebes sinnvoll sein. Die Achillodynie stellt in der Regel kein Vorstadium des Sehnenrisses dar. Kommt es zur Achillessehnenruptur, kann man bei Defekten mit einem Auseinanderweichen der Sehnenenden von weniger als 2 cm ein konservatives Vorgehen in einem speziellen pneumatischen Schuh mit Unterschenkeleinschluss für mindestens sechs Wochen wählen. Bei sportlich aktiven Patienten und grösseren Defekten sollte jedoch die operative Vorgehensweise mit Achillessehnennaht bevorzugt werden. Hierbei kommen offene Verfahren mit Präparation des Sehnenstumpfes sowie minimalinvasive Verfahren mit transkutanen Techniken zur Anwendung. Bei grossen Defektlücken werden spezielle Sehnenplastiken mit u.a. Sehnenersatzmaterial notwendig. Nach einer operativen Vorgehensweise ist immer eine mindestens sechswöchige Ruhigstellung im Unterschenkelstiefel notwendig.